Der Cairn Terrier - wer und wie er ist
Ein Struppi für alle Fälle
Er trottet lässig neben dem Mann von Welt über die Boulevards, er wetzt mit Kindern über die Wiese, flaniert an Frauchens Seite artig an der Leine von Schaufenster zu Schaufenster. Wo etwas los ist, da ist der Cairn Terrier zu Hause. Langeweile kennt dieser Vetter des weissen Westies nicht, dafür aber eine Menge guter Laune!

Er ist ein richtig Cairn-iger Typ, dieser kleine Wicht mit den lustigen Augen, die besser aus seinem Strubbelkopf heraussehen, als wir hineinschauen können. Die Vorfahren des Cairn Terriers mussten nämlich ausserordentlich aufgeweckte Burschen sein. Faulenzen? Das gab's damals noch nicht, als man - als Hund - zur Jagd bei Fuss stehen musste. Jederzeit bereit, stürmten sie auf Befehl jeden Fuchs-, Dachs- und Kaninchenbau und sagten den Bewohnern dann für immer "gute Nacht". Mit ihrem kleinen, aber kräftigen Gebiss machten sie dem "Raubzeug", das es in den schottischen Hochebenen und Heidelandschaften reichlich gab, den Garaus.
Cairn - das hieß auf keltisch einst "Steinhügel", und die gibt es reichlich in Schottland. Um Feldwege abzusichern oder Grenzen kenntlich zu machen, wurden sie aufgeschichtet und luden Fuchs und Has' ein, sich dort zu verstecken. Das rief die Jäger auf den Plan, die dafür die passenden Hunde züchteten: Kleine, kurzbeinige und schnell entschlossene Tiere, die sich mutig selbst gleichgrossen Gegnern stellten. In Meuten wurden diese Terrier gehalten, die sich im Laufe der Jahrzehnte zu verschiedenen Rassen entwickelt haben.

Aus dem Rassestandard:
Größe ca. 28-31 cm, Gewicht ca.7,5 kg. Kleiner Kopf, jedoch in Proportion zum Körper, breiter Oberkopf, ausgeprägter Stirnabsatz. Kräftiger Kiefer mit regelmäßigem und komplettem Scherengebiss.
Nasenspiegel schwarz. Kopf gut behaart. Mittelgroße, dunkelhaselnussbraune Augen, leicht eingesenkt, mit buschigen Augenbrauen. Ohren klein, spitz, aufrecht stehend und gut getragen; weder zu eng stehend noch zu stark behaart.
Hals gut aufgesetzt, nicht kurz. Schräg gelagerte Schultern. Läufe von mittlerer Länge, kräftige, aber nicht zu schwere Knochen, Vorderläufe keinesfalls in den Ellenbogen ausgedreht. Muskulöse Hinterhand mit guter Winkelung.
Gerader Rücken von mittlerer Länge, gut gewölbte Rippen, kräftige, geschmeidige Lendenpartie. Vorderpfoten größer als Hinterpfoten, geschlossene Ballen. Rute kurz, zum Körper passend, gut behaart, exakt angesetzt und fröhlich, aber nicht überzogen, getragen. Freie, fließende Bewegung, die Vorderläufe greifen weit aus, die Hinterläufe geben starken Schub.
Doppelte Behaarung mit hartem, harschen Deckhaar und weicher, kurzer Unterwolle. Alle Farben sind möglich, außer reinem Schwarz, Weiß oder black and tan.

Sein Charakter:
Cairn Terrier sind Opportunisten und haben einen "gewissen Hang" zur Selbständigkeit, sind auf der anderen Seite aber auch anhänglich und treu. Wie fast alle Terrierrassen braucht ein Cairn konsequente Erziehung, die liebevoll "an den Hund" gebracht werden sollte.
Auch heute noch ist es möglich, ihn, seinem ursprünglichen Verwendungszweck entsprechend, jagdlich zu führen. Und anders als andere Terrierrassen ist er, da er als Meutehund eingesetzt wurde, kein Raufer, obschon er es sehr wohl versteht, sich erfolgreich zu verteidigen, wird er einmal angegriffen. Rüden können unter Umständen manchmal dazu neigen etwas "größenwahnsinnig" zu werden und ihre Stärke zu überschätzen. Dies kann besonders unangenehm werden, wenn die Gegenspieler größer sind als sie. Deshalb sollten schon vom Welpenalter ab regelmäßige Kontakte mit fremden Hunden beiderlei Geschlechts gepflegt werden.

Trotz seiner jagdlichen Passion erkennt ein Cairn auch andere Hausgenossen, von der Katze bis zum Kaninchen, als Rudelmitglieder an. Was allerdings nicht bedeutet, dass er deren Artgenossen in "freier Wildbahn" eifrig verfolgt.
Cairns sind keine Kläffer, melden jedoch wachsam ungewöhnliche Umstände durch lautes Bellen. Trotz seines Terriertemperamentes, das besonders beim Spielen und Spazierengehen zum Vorschein kommt, wird er niemals Hektik und Nervosität verbreiten.
Seine Kinderfreundlichkeit ist sprichwörtlich. Nichts macht ihm mehr Spaß als herumzubalgen; andererseits kann er aber auch ein sanfter Schmuser sein.
In der Regel lieben Cairn Terrier das Wasser und bei der Gartengestaltung stehen diese kleinen "schottischen Grabewunder" ihren zweibeinigen Rudelmitgliedern mit Elan und großem Einsatz zur Seite.

Kauf und Haltung:
Auf Grund der doppelten Behaarung (weiche, dichte.Unterwolle und harsches, längeres Deckhaar) kann man den Cairn als "wetterfest" und "pflegeleicht" bezeichnen; regelmäßiges Bürsten und Kämmen und Auszupfen des abgestorbenen Deckhaars zweimal im Jahr reichen aus, um ihn rassegerecht zu pflegen. Hilfestellung gibt selbstverständlich der Züchter.
Gott sei Dank ist der Cairn Terrier noch eine gesunde und robuste Hunderasse. Neben diesen Vorzügen macht auch sein liebenswertes Wesen ihn zu einem geschätzten Hausgenossen, der in der Regel mehr als ein Jahrzehnt treuer Wegbegleiter sein kann. Deshalb sollten vor der Anschaffung immer sorgfältig alle Aspekte der Hundehaltung, von den zusätzlichen Kosten über den notwendigen Zeitaufwand bis hin zur Klärung, was mit dem kleinen Kerl im Urlaub geschehen soll, gründlich im Kreise der Familie diskutiert werden.

Quelle Text: www.cairn-terrier.ch